Ereignis

Titel: „Vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ und die Hamburger Kriminalpolizei als Akteur von NS-Verbrechen
Startdatum: 18.03.2020
Startzeit: 18.00 Uhr
Endzeit: 20.00 Uhr
Ort: Geschichtsort Stadthaus, Stadthausbrücke 6, 20355 Hamburg
Beschreibung: 

Während die Gestapo als ausführendes Organ von NS-Verbrechen weithin bekannt ist, rückte die nationalsozialistische Kriminalpolizei erst in den 1990er-Jahren zunehmend in den Fokus von Forschung und Öffentlichkeit. Insbesondere ihre Beteiligung an der sozialrassistisch begründeten Verfolgung von Bevölkerungsgruppen wie Sinti und Roma, Homosexuellen oder Kleinkriminellen und Obdachlosen galt lange nicht als NS-spezifisches Verbrechen, sondern vielmehr als Fortführung regulärer Kriminalpolitik mit etwas „anderen Mitteln“. In dem Vortrag wird die Rolle der Hamburger Kriminalpolizei unter diesem Gesichtspunkt beleuchtet und dabei insbesondere die sogenannte „vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ illustriert.

Die Referentin Dr. Dagmar Lieske promovierte zum Thema „Berufsverbrecher“ als Häftlinge im KZ Sachsenhausen und ist Mitbegründerin einer Initiative zur Anerkennung dieser ignorierten Opfergruppe. Seit April 2018 arbeitet sie an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main in einem Forschungsprojekt über die Aufklärung und Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch.

Um Anmeldung wird gebeten unter: christine.eckel@gedenkstaetten.hamburg.de